Warum heißt der so?

Ein Vorschlaghammer ist ein aus einem Hammerkopf, auch kurz Kopf genannt, und einem Stiel bestehendes Handwerkzeug. Wegen des Gewichtes seines Kopfes von 5 kg und mehr wird er beidhändig geführt und dient vor allem für grobe Arbeiten. (Wikipedia)

Der Vorschlaghammer

Neulich im Baumarkt.

"Papa, was ist das für ein großer Hammer?"

"Das ist ein Vorschlaghammer."

"Kann man mit dem Vorschläge machen?"

Warum heißt der Vorschlaghammer so? Denn anders, als von dem kleinen Jungen vermutet, macht man mit ihm keine Vorschläge, sondern richtige Schläge, wenn man beispielsweise einen Pfosten einschlagen oder etwas zertrümmern will.

Die Vorsilbe "vor" hat in der deutschen Sprache verschiedene Bedeutungen.

  • Die Vorfreude liegt zeitlich vor dem Ereignis.
  • Das Vorzimmer liegt räumlich vor dem eigentlichen Zimmer.
  • Ein Vorturner ist jemand, der anderen etwas zeigt.
  • Etwas Vorteilhaftes lässt alternative Optionen gewissermaßen hinter sich.
  • Ein Vorstand ist jemand, der an der Spitze der Organisation steht.

Und der Vorschlaghammer?

Als früher die körperliche Arbeit noch eine größere Rolle spielte, gab es ein Vorschlagen (mittelhochdeutsch: vürslahen) im Sinne von als Erster schlagen. Mit dem Vorschlaghammer führte man die ersten kräftigen Schläge aus.

Das moderne Vorschlagen besteht hingegen darin, jemand anders eine Empfehlung zu geben.

Bei den Verben zuschlagen (Tür), verschlagen (Matchball), aufschlagen (Eier), erschlagen (Gegner), einschlagen (Scheibe), anschlagen (Luthers Thesen), beschlagen (Pferdehuf) oder zerschlagen (Porzellan) – auch bei abschlagen (Wunsch) – dominiert das Schlagen.

Hingegen ist dem Verb vorschlagen in der heutigen Verwendung dieser eigentliche Wortsinn abhandengekommen.

Wobei man im Ideenmanagement die Erfahrung machen muss, dass es Führungskräfte gibt, die Verbesserungsvorschläge tatsächlich als Schläge empfinden. Aus diesem Grund wird manch gute Idee abschlägig beschieden.

Wer jedoch seinen Verstand einschaltet, der wird sich viele hammermäßige Vorschläge wünschen.

© 2017 Peter Koblank